Aktualisiert am 09.04.2026

Intimpflege während der Periode

Eine junge Frau umringt von Händen, die verschiedene Perioden-Produkte ins Bild halten.

Lieber Tampon oder Tasse? Free Bleeding oder die altbewährte Slipeinlage? Intimpflege während der Periode ist so individuell wie dein Zyklus. Angesichts der großen Auswahl bei den Periodenprodukten ist es gar nicht so einfach herauszufinden, was am besten zu dir passt. Diese Ratgeberin hilft dir dabei.

Alles im Überblick:

Das Wichtigste in 60 Sekunden

Unser Service für dich:

  • Empfindliche Haut schützen. Während der Menstruation ist deine Haut im Intimbereich besonders empfindlich. Sanfte Pflege unterstützt den natürlichen Schutz und beugt Reizungen vor.
  • Das richtige Periodenprodukt macht den Unterschied. Ob Tampon, Binde oder Slipeinlage – entscheide nach Blutungsstärke und Tagesablauf.
  • Nachhaltig geht einfach. Wiederverwendbare Produkte wie Tassen, Discs und Periodenunterwäsche sparen Müll und Geld.
  • Auch bei Infektionen oder Trockenheit kannst du selbst viel tun. Milde Pflege, atmungsaktive Kleidung und das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt unterstützen deine Intimgesundheit.
  • Bleib aktiv mit Schutz, der zu dir passt. Die richtige Kombination aus Pflege und Produkt hält dich auch während der Periode im Gleichgewicht.

Geeigneter Schutz während der Menstruation

Es zieht, brennt und drückt im Bauch – während du von Termin zu Termin hetzt. Egal wie du sitzt und stehst, alles fühlt sich unangenehm an. Die Binde ist riesig und scheuert bei jedem Schritt. Auch die Hitze, der Schweiß und das ständige Unterwegssein belasten deinen Körper.

Was helfen kann? Keine radikalen Mittel, sondern Intimpflege, die den natürlichen pH-Wert deiner Haut im äußeren Intimbereich sanft unterstützt. Genauso wie Hygieneartikel, die zu deinem Alltag und deinen Bedürfnissen passen.

Herkömmliche Hygieneartikel

Ob Tampons, Binden oder Slipeinlagen – sie gehören zum Alltag vieler Frauen. Seit Jahrzehnten bewährt, sind sie einfach in der Anwendung und überall erhältlich. Doch auch bei den Klassikern lohnt sich ein genauer Blick. Was eignet sich für wen? Und worauf solltest du achten?

Tampons 

Tampons geben dir die nötige Freiheit im Alltag. Egal ob beim Laufen, Baden oder anderen Sportarten – richtig platziert spürst du Tampons kaum. Sie fangen das Blut auf, bevor Flecken oder Geruch entstehen. 

Wichtig ist, dass du sie alle vier bis sechs Stunden wechselst. Lässt du sie zu lange drin, können sich schädliche Bakterien schneller vermehren. Für die Intimgesundheit wäre das nachteilig. Außerdem: Je länger Tampons im Inneren bleiben, desto größer ist das Risiko für das toxische Schocksyndrom (TSS). Es tritt selten auf, kann im Ernstfall aber gefährlich werden. 

TSS entsteht, wenn schädliche Bakterien Giftstoffe bilden. Typische Anzeichen sind hohes Fieber, Blutdruckabfall oder ein diffuser Hautausschlag. In schweren Fällen kann es zu Störungen wichtiger Organfunktionen kommen.

Da die Symptome zunächst grippeähnlich wirken können, werden sie nicht immer sofort erkannt oder richtig eingeordnet1. Umso wichtiger ist es, die Warnzeichen zu kennen und zu wissen, worauf man achten muss.

  • Tipp: 
    Wähle die Größe der Tampons nach der Stärke deiner Blutung, nicht nach Bequemlichkeit. Ein großer Tampon bedeutet nicht, dass du ihn länger drinnen lassen kannst. Er absorbiert nämlich nicht nur Blut, sondern auch Scheidensekret. Wird zu viel davon ausgesaugt, kann deine Scheide austrocknen.
  • Besonders geeignet für: 
    Sportliche Aktivitäten jeglicher Art – auch Wassersport. Aber Achtung: Nach dem Baden solltest du den Tampon direkt wechseln. Er saugt Pool- und Meerwasser auf, was wiederum Keimwachstum begünstigt, wenn du den Tampon nicht zeitnah wechselst.

Binden

Damenbinden kannst du dank der Klebefläche direkt in der Unterhose befestigen. Es gibt sie in verschiedenen Längen und Saugstärken. Manche Modelle haben sogar „Flügel” – kleine Laschen, die für besseren Halt sorgen. An Tagen mit stärkerer Blutung hilft eng anliegende Unterwäsche, damit nichts verrutscht.

  • Tipp:
    Wechsle die Binde bei starker Blutung nach jedem Toilettengang. So reduzierst du Gerüche und senkst das Risiko für Bakterienwachstum.
  • Besonders geeignet für:
    Ruhigere Aktivitäten wie Yoga, einen Spaziergang oder leichtes Krafttraining.

Slipeinlagen

Die Slipeinlage ist die schlanke Schwester der Binde: dünn, flexibel, kaum spürbar. Ihre Saugwirkung ist dafür etwas geringer. Sie schützt zuverlässig an leichten Tagen, bei Ausfluss oder Zwischenblutungen. Aber Vorsicht: Wähle besser Slipeinlagen ohne Duftstoffe. So verlockend der Gedanke auch ist – Duftstoffe können die empfindliche Haut reizen.

  • Tipp:
    Wenn du ganz sicher gehen möchtest, kombiniere Slipeinlagen mit einem anderen Periodenprodukt – zum Beispiel einem Tampon.
  • Besonders geeignet für: 
    Minimale Blutung oder als Zusatzschutz.

Nachhaltige Alternativen & Zero-Waste-Produkte

Tampons, Binden und Slipeinlagen landen nach ein paar Stunden im Müll. Doch es geht auch anders. Viele Drogerien führen inzwischen Bio-Varianten aus Baumwolle – ohne Plastik, Duftstoffe oder unnötige Zusätze. Das ist gut für dich und die Umwelt. Achte beim Kauf auf Nachhaltigkeitssiegel und klare Inhaltsstoffe. 

Stoffbinden und -tampons

Deine Haut ist empfindlich und du willst auf Müll verzichten? Dann sind Stoffbinden und -tampons eine smarte Alternative. Sie bestehen meist aus Bio-Baumwolle, sind atmungsaktiv und reizen die Haut deutlich weniger.

Nach dem Tragen spülst du sie am besten kurz mit kaltem Wasser aus. So lassen sich Blutreste leichter entfernen. Danach kannst du sie bei mindestens 60 Grad in der Maschine waschen. Bist du unterwegs, kannst du die getragenen Binden und Tampons in einer Wetbag transportieren. Das ist eine wasserdichte Tasche für die Aufbewahrung von schmutzigen Gegenständen. Auf Dauer sparst du mit den Zero-Waste-Produkten Verpackungsmüll und Geld.

  • Tipp:
    Achte immer auf zertifizierte Bio-Baumwolle und wechsle die Stoffprodukte so häufig wie Einwegprodukte. Verzichte beim Waschen auf Weichspüler – dieser mindert die Saugkraft.
  • Besonders geeignet für:
    Moderate Bewegungsformen wie Yoga, Spaziergänge oder leichtes Krafttraining. Für schweißtreibende Workouts wie HIIT oder sitzende Sportarten wie Radfahren oder Reiten sind sie weniger geeignet. Auch fürs Schwimmen sind sie nicht die beste Wahl.

Periodenunterwäsche

Sie sieht aus wie normale Unterwäsche, kann aber deutlich mehr. Periodenunterwäsche besteht aus mehreren saugfähigen Schichten, die Blut sicher aufnehmen und dich trocken halten. Es gibt verschiedene Schnitte und Saugstärken – von Slip bis High-Waist.

Das Praktische: Du kannst sie wie gewöhnliche Kleidung waschen und immer wieder tragen. Das spart Müll und langfristig Kosten. Damit du dich immer wohl und frisch fühlst, solltest du Periodenunterwäsche alle acht bis zehn Stunden wechseln.

  • Tipp:
    Für zusätzliche Sicherheit lässt sich Periodenunterwäsche mit Tampons oder einer Menstruationstasse kombinieren. Spüle sie vor dem Waschen kurz mit kaltem Wasser aus und gib sie dann in die Maschine.
  • Besonders geeignet für:
    Aktive Tage ohne Wegwerfprodukte.

Menstruationstasse

Die Menstruationstasse ist die langlebige Alternative zum Tampon. Du faltest sie und führst sie in die Scheide ein. Dort entfaltet sie sich und sammelt Blut. Richtig platziert, ist sie kaum spürbar und kann bis zu acht Stunden getragen werden. Zum Entleeren setzt du dich auf die Toilette und ziehst sie langsam raus. Spüle sie mit kaltem Wasser aus und fertig.

Je nach Blutungsstärke, Alter oder ob du bereits vaginal entbunden hast, gibt es Menstruationstassen in verschiedenen Größen. Sie sind wiederverwendbar, sparen Müll und schonen deinen Geldbeutel.

  • Tipp:
    Nimm dir Zeit für die erste Anwendung, denn das Einführen braucht manchmal etwas Übung. Lies dir die Anleitung gut durch. Nach der letzten Blutung solltest du sie in kochendem Wasser sterilisieren.
  • Besonders geeignet für:
    Sportliche Tage mit viel Bewegung. Ideal für Wassersport oder auf Reisen. Eine praktische Alternative, falls du keine Tampons benutzen möchtest.

Menstruationsdisc

Eine Disc sitzt tief in der Scheide, direkt vor dem Muttermund. Sie kann mehr Blut fassen als eine Tasse und du kannst sie teils entleeren, ohne sie zu entfernen. Eine Menstruationsdisc bietet Schutz über mehrere Stunden. Übrigens auch bei Aktivitäten, bei denen andere Produkte nicht immer ausreichen. Sitzt sie richtig, spürst du kaum etwas bis gar nichts – auch nicht beim Sex. Aber nicht falsch verstehen: Die Menstruationsdisc ist kein Verhütungsmittel.

  • Tipp:
    Auch hier braucht das Einsetzen etwas Übung. Anfangs kannst du sie mit einer Binde kombinieren, bis du dich sicher fühlst.
  • Besonders geeignet für:
    Längere Zeiträume, in denen du dich sicher fühlen willst. Oder wenn du blutfreien Sex während der Periode möchtest.

Menstruationsprodukte und das Jungfernhäutchen – was du wissen solltest

Du hattest noch keinen Geschlechtsverkehr? Auch dann kannst du alle oben genannten Produkte benutzen. Starte mit kleinen Größen und nimm dir Zeit. 

Wichtig ist, dass du dich dabei wohlfühlst. Das Hymen, ein elastischer Gewebering am Scheideneingang, kann bei der Verwendung solcher Hygieneartikel nur in seltenen Fällen verletzt werden. 

Wenn du unsicher bist, sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Free Bleeding

Beim Free Bleeding verzichtest du auf alle Periodenprodukte und lässt das Blut in Schüben auf der Toilette ab. Trainiere dazu das Anspannen deiner Beckenbodenmuskulatur und dein Körpergefühl, um das Blut bis zum Toilettengang innezuhalten. Ebenso solltest du immer darauf achten, dass beim Free Bleeding eine Toilette in Reichweite ist.

Viele beginnen zuhause mit dem Free Bleeding, besonders bei starker Blutung. Anfangs kann es bedeuten, dass du alle zehn Minuten zur Toilette musst. Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für das richtige Timing.

  • Tipp:
    Starte entspannt zuhause. Für unterwegs oder beim Sport kannst du zur Sicherheit ein Periodenprodukt ergänzen.
  • Besonders geeignet für:
    Zuhause oder eine ruhige Umgebung ohne viel Bewegung. Free Bleeding schont den Intimbereich, da saugstarke Materialien wegfallen und die Scheide nicht austrocknet.

Spezielle Intimpflegeprodukte

Während der Menstruation ist der äußere Intimbereich oft stärker gereizt. Tampons, Binden und häufiges Waschen können die empfindliche Haut im Intimbereich austrocknen und die natürliche Schutzbarriere schwächen. Heißt: Keime siedeln sich leichter an und breiten sich schneller aus.

Spezielle Pflegeprodukte können deine Intimgesundheit während der Periode gezielt unterstützen. Gepan® Mannose-Gel versorgt die empfindliche Haut im äußeren Intimbereich mit Feuchtigkeit und hilft, den pH-Wert im natürlichen Gleichgewicht zu halten. Der enthaltene Mannose-Hydro-Komplex kann zusätzlich dabei helfen, das Anhaften schädlicher Keime zu erschweren.

Tipps für deine Intimgesundheit

Mit der richtigen Pflege schützt du deinen Intimbereich. Gerade dann, wenn er besonders sensibel reagiert. Wenn du zu Infektionen oder Trockenheit neigst, können kleine Alltagsanpassungen schon helfen:

  1. Sanfte Reinigung. Zweimal täglich mit lauwarmem Wasser. Achte immer darauf, dass du von vorne nach hinten wischt. Das hält Keime aus dem Analbereich fern.
  2. Frische Unterwäsche. Unterwäsche täglich wechseln und bei 30 bis 60 Grad Celsius in der Maschine waschen. Bei einer Scheidenpilzinfektion bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. So kann ein Teil der Pilzsporen abgetötet werden. Einen Großteil der Sporen erwischt man bei 90 Grad Celsius oder mit einem Hygienespüler. 
  3. Atmungsaktive Kleidung. Baumwolle statt Synthetik, so kommt mehr Luft an die Haut. Locker statt eng – weniger Reibung und Wärmestau.
  4. Sanfte Rasur. Immer in Haarwuchsrichtung rasieren – ohne Druck. So minimierst du das Risiko für Verletzungen und Entzündungen.
  5. Bewusst baden. Wechsle nach dem Schwimmen direkt deinen Tampon und ziehe trockene Kleidung an. So verhinderst du, dass sich Keime vermehren oder die Haut gereizt wird.

Medizinische Expertise:

Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

Mehr über Pohl Boskamp